Geschichte von Campemoor

von Friedrich Brüggemann, 1997

Politische Grenzen
Campemoor - wie es begann
Straßen und Wegebau
Schulverhältnisse in Campemoor

Politische Grenzen - durch wen und wie wurde das Gebiet des heutigen Campemoor regiert und verwaltet?

Das Amt Vörden gehörte zum Fürstbistum Osnabrück, das in loser Verbindung zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Im Jahre 1802 wurden beide aufgelöst. Das Fürstbistum war in etwa deckungsgleich mit dem ehemaligen Regierungsbezirk Osnabrück (ohne Emsland und Grafschaft Bentheim).

In der Franzosenzeit wechselte Vörden mehrmals den Besitzer. Der Amtssitz wurde von Vörden nach Malgarten verlegt. Nach der endgültigen Vertreibung Napoleons wurden auf dem Wiener Kongress 1815 die europäischen Grenzen neu geregelt. Auch die Aufteilung des Moores gilt als späer erfolgte Maßnahme des Wiener Kongresses.

Der Jagdpfahl war die erste und einzige Markierung in der mutmaßlichen Mitte des Moores. Von hier erfolgte geradlinig die Aufteilung zu den einzelnen Randgemeinden (Vörden, Hinnenkamp, Rottinghausen, Reselage, Sierhausen, Schwege, Venne und Kalkriese). Auch die Kreise Vechta, Wittlage und Bersenbrück stießen hier zusammen. Die hofnahen Flächen wurden den Vollerben zugeteilt. Auch die Kirchen mischten mit; wäend die großen Segmente zum Jagdpfahl hin Markengrund wurden. Die Heuerleute, die die größte Bevölkerungsgruppe stellten, wurden zu den Aufteilungsterminen der Hinnenkamper und Vördener Moorteile nicht geladen.

Im Zuge der Neuaufteilung Europas kam das ehemalige Fürstbistum Osnabrück und somit auch Vörden zum Königreich Hannover in Personalunion mit England. Der König von England war bis 1837 auch König von Hannover. Ab 1837 stellten die Welfen den hannoverschen König (Ernst August). 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover. 1885 wurde der Landkreis Bersenbrück gegründet. Der Flecken Vörden gehörte zum Landkreis Bersenbröck, Regierungsbezirk Osnabrück, Provinz Hannover.

1972 stand wieder eine Gebietsreform ins Haus. Melle, Wittlage, Bersenbrück und der Landkreis Osnabrück wurden als Großkreis Osnabrück proklamiert. Auf Gemeindeebene sollten Neuenkirchen (Oldb.), Vörden, Hinnenkamp und Hörsten die neue Gemeinde Neuenkirchen werden; Landkreis vorläufig ungewiss. Neuenkirchen tendierte zu Vechta, Vörden mit Hinnenkamp und Hörsten wollten nach Osnabrück. Weil keine Einigkeit zu erzielen war, wurden die Gemeinden Vörden, Hinnenkamp und Hörsten zu Problemgemeinden erklärt und von Osnabrück verwaltet. Erst nach 2 Jahren, zum 1. März 1974 setzte der Landtag in Hannover dem Gerangel ein Ende: Die neue Gemeinde Neuenkirchen, bestehend aus den zuvor genannten Gemeinden, kam zu dem um seine Existenz ringenden Kreis Vechta (unter 100.000 Einwohner). Eine spätere Revision wurde gerichtlich geklärt und verworfen. Seit 1993 heißt die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden.

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 Campemoor - wie es begann

Die Bewohner der Bauerschaft Campemoor feiern in diesem Jahr das 75jährige Bestehen der Siedlung.

Eine Urkunde über das Gründungsjahr gibt es nicht. Jedoch ist durch mündliche Überlieferung bekannt, dass im Jahre 1922 das erste Mal eine kleine Herde Rindvieh in der Weite des Moores seine kärgliche Nahrung fand. Knappe 3 Hektar waren notdürftig - mehr schlecht als recht - von den Gefangenen des 1. Weltkriegs kultiviert worden. Und eine notdürftig besandete Zuwegung dorthin auch. Jahrhunderte - vielleicht Jahrtausende - hatte sich im Großen (oder Vördener) Moor zwischen Vörden, Venne, Kalkriese und Damme nichts getan. Lediglich am Rande wurden kleine Flächen zur Brenntorf- und Sodengewinnung (zur Einstreu) hergerichtet. Das Moor war ein unwegsames, anbaufeindliches Sumpfgelände.

Erst in der Regierungszeit von Prof. Dr. Hermann Rotert, Landrat des Kreises Bersenbrück von 1911 bis 1933, wurde das anders. Rotert suchte nach Wegen zu verhindern, dass junge, tatkräftige Leute in die USA auswanderten, obwohl sie gern als Landwirte hier geblieben wän. Doch wegen der Unmöglichkeit, Land zu erwerben, kehrten sie Deutschland unwiederbringlich den Rücken.

Der Landkreis Bersenbrück bestand zu einem Viertel aus Ödland, Unland und Moor. Durch das Aufkommen von Kunstdünger und bei dem Fleißder jungen Leute - meistens Heuerleute-Familien - war es sehr wohl möglich, diese nutzlosen Flächen zur Existenzgründung zu kultivieren. Milchseen und Fleischberge waren damals kein Ärgernis. Im Gegenteil: Es herrschte Nahrungsmangel. Die Gründergeneration wusste zu berichten, dass in ihren jungen Jahren die Schwindsucht grassierte. Ballastnahrungsmittel gab es ausreichend; aber Mangel an Fleisch und Fetten förderte die Ausbreitung der Lungentuberkulose, besonders bei Kindern.

Vom fernen Emsland war bekannt, dass bei Wasser raus, Kunstdünger und Kalk rein und bei fleißigen jungen Leuten aus dem Moorboden gutes Weideland erschlossen werden konnte. Von den Randgebieten des Moores, die in Privatbesitz waren (siehe oben), war nicht ein einziger Hektar für Siedlungszwecke zu erwerben. Dagegen gelang es Landrat Rotert, die großen Flächen zum Jagdpfahl hin, die als Markengrund ausgewiesen waren, billig als Siedlungsland zu erwerben. Gefangene des 1. Weltkriegs waren es, die eine besandete Zuwegung zum Markengrund schufen und auch eine kleine, kaum 3 ha große Moorfläche entwässerten und provisorisch zur Weide herrichteten.

Eine Gerätebaracke hatte die Gefangenenleitung am Rande dieser unvollkommenen Weidefäche hinterlassen. In der Weite des Moores nichts als Heide, Moos, Wollgras und hin- und wieder mal eine krüppelige, kleine Birke. Diese Baracke erreichte Jost Evers aus Ostfriesland mit Pferd und Wagen, vollgepackt mit Hausrat. Sein Bruder hatte Hilfestellung bei der dreitägigen Reise gegeben. Seine Familie, Ehefrau und vier kleine Kinder, musste er von der Bahnstation in Neuenkirchen (Oldb.) abholen. Ebenfalls seine kleine Rinderherde war per Bahn nach Neuenkirchen verfrachtet worden. Dieses war am 22. April 1922. Dieses Datum betrachten die Campemoorer als Gründungsdatum ihrer Siedlung. Dieser mutige Neubeginn des Jost Evers, selbständiger Landwirt zu werden, ist nur mit den Auswanderern aus dem Osnabrücker Land in den USA in der Mitte des vorigen Jahrhunderts zu vergleichen.

An der Trägerschaft des Landkreises Bersenbrück hatte Landrat Rotert schon mehrere kleine Kultivierungen zu Siedlungszwecken in Angriff genommen, als erstes den Herberger Zuschlag. Doch dieser Brocken, die großen Markengrundfläen der Hinnenkämer und Vördener Gemeinden, war dem Landkreis Bersenbrück zu groß. Bei den Landwirtschaftsbehörden bis hin zum Oberpräsidenten in Hannover war das Vördener Siedlungsvorhaben als erfolgversprechend im Gespräch. Rotert suchte nach finanziellen Förderern für sein Kultivierungsvorhaben im Moor. Beim Regierungspräsidenten in Osnabrück und auch beim Oberforstmeister in Hannover (heute würden wir sagen: Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium) wurde er fündig.

Der Oberpräsident in Hannover war bereit, die Trägerschaft für das Rotersche Vorhaben zu übernehmen und gründete den Provinzialhof (Barjenbruch). Von hier aus wurde die Kultivierung energisch vorangetrieben durch den Großvater des jetzigen Hofeigentümers Günter Barjenbruch, Friedrich Barjenbruch, der als Beamter in hannoverschen Diensten tätig war. Das sorgfätig von dieser Familie aufbewahrte Gästebuch beinhaltet Namen wie Noske (hannoverscher Oberpräsident), Sonnenschein (Regierungspräsident in Osnabrück), von Campe, Dr. Rotert und viele andere mehr.

Jedes Jahr konnten ca. 30 ha Moorfläche, ausreichend für 2 siedlungswillige Bewerber, kultiviert werden. Entwässerung - alle 20 Meter liegt ein Drainagezug -, Gräbenbau und das Besanden der Wege, dazu die Erstausstattung der Siedlungen mit Kalk, Kunstdünger und Saatgut lag in der Verantwortung der Provinz. Ein ausgedehntes Schienennetz mit dazugehörigen Loren und der Zugmaschine, Töffel genannt, sorgten für die Besandung der Wege. Der Sand wurde in der Schmalge per Hand aufgeladen. Auch Baumaterial, Kalk und Kunstdünger schleppte der Töffel herbei. Bei Igelmanns Hof war Ausgangsstation. Wohnung, Stallungen und Vieh, auch zwei starke Pferde mussten die Siedler selbst beschaffen. Billige Kredite standen zur Verfügung, die nach dem 2. Weltkrieg in den Lastenausgleich übernommen werden mussten. Anzumerken ist, dass Vorfluter und Drainagegrän von Hand ausgeworfen werden mussten.

Ende der 20er Jahre wurden ca. 250 Hektar von der Hakumag dazuerworben. Ebenfalls einige Hundert Hektar nach 1945 aus Kalkrieser Privatbesitz. In der Zeit der großen Arbeitslosigkeit 1929 bis 1933 half der freiwillige Arbeitsdienst das Wege- und Grabennetz zu erweitern. Das Lager befand sich gegenüber der Remmschen Siedlung.

Anfang der 30er Jahre verloren die Siedler zwei ihrer großen Förderer: Landeshauptmann von Campe verstarb 1931, Landrat Rothert musste bei der politischen Wende 1933 seinen Dienst quittieren.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Kultivierung in gewohnter Weise fortgesetzt. Allerdings war die Freizügigkeit bei der Errichtung der Bauten nicht mehr erlaubt. Nur die Bauweise alter niedersächsischer Höfe wurde genehmigt, d. h. Mensch und Vieh unter einem Dach. Um Siedeln zu können, brauchte man einen Neubauerschein, der bevorzugt an kinderreiche Familien vergeben wurde. 1938 wurde Campemoor an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Der freiwillige Arbeitsdienst wurde in Reichsarbeitsdienst umfunktioniert. Die jungen Männer mussten dann im Kriege ihren Spaten mit der Waffe tauschen. Bald nach dem Russlandfeldzug 1941 rückten russische Kriegsgefangene in erbärmlichem Zustand in das Lager bei Remme ein. Wer zur Arbeit auf den Siedlerhöfen eingeteilt wurde, erholte sich bald. Wer das nicht brauchte - und das galt als Strafe - hat nicht immer überlebt. Die Siedler ignorierten stillschweigend die Auflage der Gefangenenleitung, russische Kriegsgefangene als Menschen zweiter Klasse zu behandeln.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges kam die Besiedlung des Hinnenkamper und Vördener Moores fast zum Erliegen. Nach dem Kriege, um 1947, regte sich wieder etwas im Moor. Ansprechpartner war die Hannoversche Siedlungsgesellschaft, später Niedersäsische Landgesellschaft.

Rohöl für Maschinen und auch Tonrohre zum Entwässern gab es nicht. Da waren Erfindergeist und Kraft für Schaufel und Axt gefragt. Tonrohrdrainage wurde durch die sog. Buskendrainage ersetzt. Die im Niederungsmoor des Barenau-Gutes reichlich vorhandenen faustdicken Birken - ca. vier bis fünf Stück - wurden zusammengesetzt unter Verwendung der Kupferkabel, die vom Flugplatz Hesepe bis zu einer Horchstation im Moor gereicht hatten, und in die von Hand geschaffenen Drainagegräben gelegt. Stroh drauf, von Hand zugeschüttet, Drainage fertig. Bis in die 60er Jahre, als die Plastikrohre maschinell durch das Moor gezogen wurden, haben diese Drainagen mehr schlecht als recht gehalten. Auch die sog. Meckingdrainage, auch Maulwurfdrainage genannt, war ein Notbehelf. Hierbei wurde ein Schwert mit einem ca. 30 cm dicken Kopf mit eigens dafür erfundenen Maschinen durchs Moor gezogen. Die Bewerber für die vier nach dem Kriege entstandenen Siedlerstellen trugen die Hauptlast. Aber auch Siedler der schon bestehenden Höfe waren solidarisch tatkräftig mit dabei.

Ein großes Problem war bis 1961 das schlechte, eisenhaltige Wasser. Trinkwasser wurde gefiltert, zum Waschen musste Regenwasser aufgefangen werden. Das war zuende, als Campemoor 1961 an das Vördener Leitungsnetz mit Wasser aus den Astruper Bergen angeschlossen wurde.

Nebenbei sei erwähnt, dass sieben Siedlungen im Venner Hochmoor - Kreis Wittlage - auch in den 30er Jahren entstanden; diese standen in der Trägerschaft des Heuerleute- und Pächterverbandes.

Im Jahre 1955 wurde die Siedlungstätigkeit abgeschlossen; rund 1000 Hektar wurden dem anbaufeindlichen und total unfruchtbaren Moor abgerungen und der Ernährungswirtschaft zugeführt. über 40 Familien, meist vorher Heuerleute aus den Nachbarorten, wurden Landwirte in eigener Verantwortung. Erwähnt sei auch: Das preußische Kulturamt Osnabrück sorgte für ausgedehnte Vermessungen, das nötige Kartenmaterial und auch für die vielen abzuschließnden Verträge. Erst 1940 wurden die Siedler als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen. Vorher waren sie Pächter der Provinz.

Die Siedlungsinitiativen des Landrates Rotert waren ein kleiner Beitrag, den Hunger der Jahre 1945 bis in die 50er Jahre hinein zu mindern. Der Arbeitsmarkt in den 30er Jahren der großen Arbeitslosigkeit wurde durch die Siedlungstätigkeit entlastet.

1956 erfolgte der Anschluss Campemoors an die Buslinie Bramsche - Vennermoor - Osnabrück.

Und das darf auch zum Jubiläum erwähnt werden: Die Einwohnerzahl des Campemoores stieg 1945/46 von um die 300 auf über 400, verursacht durch den Zustrom der Flüchtlinge aus Pommern, Ostpreußen und Schlesien. Die Vertriebenen sind hier problemlos aufgenommen und auch ganz schnell integriert worden. Im Jubiläumsjahr hat 1997 Campemoor noch 250 Einwohner.

Campemoor gilt als rein familienbäuerliche Siedlung. Dennoch: Am Rande des Campemoores gibt es 3 Torfwerke. Sie produzieren Handelstorf und exportieren getrockneten und gemahlenen Torf, in Tüten verpackt, in alle Welt. Dazu drei gutgeführte Gewerbebetriebe: ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen und ein Baggerbetrieb, dazu ein Spezialtransportunternehmen.

Die Tendenz, immer weniger Höfe auf immer größeren Flächen, ist auch an Campemoor nicht vorübergegangen. Die Acker- und Weideflächen der aufgebenden Höfe nehmen die verbleibenden Betriebe gern zur Aufstockung auf.

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Straßen- und Wegebau

Durch die rege Bautätigkeit der Siedler, durch Vieh-, Milch- und Kunstdüngertransporte waren die besandeten Wege bald nicht mehr transportsicher. In Regenzeiten quetschte Moor durch den Sand. Eine befestigte Decke war vonnöten. Schwierig war die Beschaffung der Mittel für den Straßenbau. Das Land Niedersachsen und auch das Arbeitsamt trugen beträchtlich dazu bei. Auch die Gemeinde war hilfreich.

Die Siedler, juristisch vertreten durch die Interessentenschaft Campemoor, halfen durch aufgenommene Kredite und durch Hand- und Spanndienste. Der Landkreis Bersenbräck als Aufsichtsbehörde, vertreten durch Bauingenieur Kamlage, hat wesentlich zum Gelingen beigetragen.

Verwendet wurden die blauen Steine von Klußmanns Steinkuhle in Kalkriese. Die dicken Brocken dienten als Bordsteine; die Packlage wurde per Hand gesetzt. Der geliehene Steineknäpper lieferte mit großem Schwungrad und lautem Getöse den Schotter. Abgerundet wurde die Arbeit mit unzähligen Loren voller Sand, die per Hand verteilt wurden. So konnten nach zwei Jahren (1951/52) alle Höfe auf befestigten Wegen erreicht werden. Einige Jahre später wurden alle Wege mit Asphalt überzogen.

Ein großer Tag in der Geschichte Campemoors war die Einweihung. Unter vielen Gäen konnte Verbandsvorsteher Wilhelm Finke auch den greisen Landrat Dr. Rothert und die Witwe von Landeshauptmann von Campe begrüßen.

Die Kreis-, jetzt Landesstraße von Vörden nach Venne/Hunteburg, erbaut 1933, war lange Zeit eine Seufzerallee. Ständig mussten die großen Löcher geflickt werden. Vor ca. 10 Jahren wurde eine dicke Asphaltdecke übergezogen, in der in ganzer Breite Stahlmatten mit verarbeitet wurden.

Die Interessentenschaft ist aufgelöst. Für die Wege ist die Gemeinde, für die Gräben ist der Wasser- und Bodenverband Campemoor zustäig.

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Die Schulverhältnisse in Campemoor

Die Kinder des ersten Siedlers mussten den weiten Weg zur Schule nach Vörden zurücklegen, zu Fuß natürlich. Glücklich waren sie, wenn sie als Trittbrettfahrer auf den Loren, die die Milch beförderten, den Weg beträchtlich bequemer machen konnten. 1928 wurde der Schulweg wesentlich verkürzt. Dort, wo sich heute der Kinderhof Campemoor befindet (vorher Gastwirtschaft Schäfer), errichtete die Provinz eine Schulbaracke.

Durch die ständige Erweiterung der Kultivierung, der ständigen Neugrüung von Siedlungen, war bald ein neuer Schulbau erforderlich.

Die 1933/34 errichtete zwei-klassige Schule war bis 1973 für die Einheimischen und auch für die zahlreichen Kinder der Vertriebenen ein geschätztes Bildungszentrum. Der kleine Turm besagt, dass hier in den ersten Nachkriegsjahren auch Gottesdienste abgehalten wurden.

Die Kinder der Oberklasse haben in den Nachkriegsjahren eine Chronik geschrieben unter nur ganz loser Leitung des Lehrers Hanns Bossemeyer. In kindlicher Ehrlichkeit kann man hier die Geschichte des Moores in vielen Beiträgen nachlesen. Die Kinder der Vertriebenen berichten über ihre Heimat im Osten und auch über den unerhö beschwerlich traurigen Marsch der letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre nach Westen. Auch über den letzten Bombenangriff auf Osnabrück am Palmsonntag 1945 steht ein Beitrag, wie er im Moor erlebt wurde.

Als dann in den 70er Jahren die große Schulreform einsetzte, wurde auch die ehrwürdige Campemoorer Schule nach und nach ein Opfer dieser Reform. Nach Auflösung wurden die Campemoorer Schüler per Bus nach Vörden, Neuenkirchen und zu den weiterführenden Schulen in Damme befördert.

Der Eigentümer der Schule, die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden, stellt sie dankenswerterweise zum Nulltarif den Vereinen zur Verfügung (Schützenverein, Gemischter Chor und Tischtennisclub), welche dafür sorgen, dass Räume und Platz instand gehalten werden und rühriges Leben herrscht. Es vergeht kaum ein Tag in der Woche, an dem nicht irgendeine Feier, ein Treffen, eine Versammlung oder eine Übungsstunde die Lebendigkeit der ehemaligen Schule aufrecht erhält.

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