Sitzung am 26.05.2008

Teilnehmer:Matthias Doe, Gudrun Dormann, Rainer Dormann, Rolf Duffe, Mario Eilers, Wilfried Gieske, Annette Hemker, Uwe Hensing, Hartmut Selle, Anja Stahl, Dieter Stockhowe, Udo Thörner

Gäste: Der IKC hatte die Vertreter der Torfwerke zu einem Gedankenaustausch eingeladen: Herr Gramann und Herr Starke (Torfwerk Gramoflor), Herr Zander (Torwerk Schwegermoor)

Wiedervernässung

Es bestand Einigkeit darin, daß ein gesundes Verhältnis zwischen den Folgenutzungen Wiedervernässung / Wald / Landwirtschaft angestrebt werden sollte, vielleicht je zu 1/3 Anteil. Torfwerke und IKC sind gegen eine vollständige Wiedervernässung, jedoch haben die Torfwerke keinerlei Einflußmöglichkeit auf die Folgenutzung. Renaturierung wird ihnen in den Torfabbaugenehmigungen vorgeschrieben. Ausgleichsmaßnahmen auf Kompensationsflächen außerhalb des Moores sind für die Torfwerke unwirtschaftlich, deshalb erfolgt die Renaturierungsmaßnahme an Ort und Stelle, also Wiedervernässung.

Ferner waren sich IKC und Torfwerk einig in der Beurteilung, daß das Land Niedersachsen in seinem Bestreben, alle abgetorften Moore zu renaturieren, zwar die unbesiedelten Moore meint, nicht aber berücksichtigt hat, daß es auch besiedelte Moore wie Campemoor gibt. Demzufolge sollte der IKC mit Unterstützung der Torfwerke versuchen, beim Land Niedersachsen eine Ausnahmeregelung durchzusetzen: die landwirtschaftliche Moorsiedlung kann nur überleben, wenn als Folgenutzung Landwirtschaft zugelassen wird. Campemoor als besiedeltes Moor stellt in dieser Hinsicht europaweit einen Sonderfall dar.

Hinzu kommt die Tatsache, daß es die Provinz Hannover als Rechtsvorgänger des Landes Niedersachsen selber war, die die landwirtschaftlichen Betriebe im Moor angesiedelt hat, und das Land Niedersachsen mit der Vorgabe Wiedervernässung das Gegenteil der ursprünglichen Ziele (Landwirtschaft!) bewirkt.

Noch 1976 wurde den Torfwerken in den Torfabbaugenehmigungen vorgeschrieben, abgetorfte Flächen durch Tiefpflügen zu rekultivieren. Alle vier Interessengruppen in Campemoor (1. aktive Landwirte, 2. Grundbesitzer, die die Landwirtschaft aufgegeben haben, 3. „Nur“-Einwohner und 4. Torfwerke) wünschen, daß zumindest teilweise zu dieser Praxis zurückgekehrt wird.

Zukunftskonzept „Großes Moor“

Das Gebiet der Siedlung Campemoor deckt nur rund die Hälfte der Gesamtfläche des „Großen Moores“ ab. Es erstreckt sich außer Campemoor über Teile von Schwege, Broxten (Vennermoor), Vorwalde, Niewedde, Kalkriese, Vörden, Hinnenkamp und Damme. Wenn man dieses Gebiet als Einheit betrachtet, befindet sich hiervon bereits heute 1/3 der Fläche (ca. 1.200 Hektar) unter Naturschutz bzw. in Renaturierung. Die angrenzenden „Dieven“ bieten zusätzliches Naturschutzpotenzial. Warum muß vor diesem Hintergrund zusätzlich noch die Siedlung Campemoor der Renaturierung weichen?

Eine Konferenz aller Anliegergemeinden, der Landkreise Vechta und Osnabrück sowie von Vertretern der Landwirtschaft, der Torfindustrie und des Naturschutzes im Jahr 2000 (?) sollte seinerzeit Anstoß für die Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes „Großes Moor“ sein. Da die Vertreter des Naturschutzes sich in der Folgezeit jedoch nicht an die dort getroffenen Absprachen hielten, stiegen andere Beteiligte aus Protestaus der Runde aus. Somit scheiterte die Runde und wurde nicht wieder einberufen. Der IKC wird mit Unterstützung der Torfwerke prüfen, ob es möglich ist, an den Ergebnissen aus dieser ersten Konferenz aufzubauen und die Runde vielleicht wiederzubeleben. Dazu sollten auch die Landräte und Landtagsabgeordneten eingeladen werden.

Flächentausch

Sollte Landwirtschaft als Folgenutzung zugelassen werden, würden sich für die Torfwerke und Landwirte neue Optionen zum Flächentausch ergeben, auch wenn die Campemoorer Landwirte dafür weitere Anfahrtstrecken zu ihren Flächen in Kauf nehmen müßten.

Verhalten der Landkreise

Der Landkreis Osnabrück ist (verglichen mit dem Landkreis Vechta) eher bereit, einer Rekultivierung von abgetorften Flächen zuzustimmen, wie z. B. im Bereich Bussardweg / Merhof (Kalkriese) geschehen.

Viertes Torfwerk

Es bestand Einigkeit darüber, daß alles getan werden muß, um die Ansiedlung eines vierten Torfwerkes (Wietinghausen) in Campemoor zu verhindern. Die vorhandenen Torfwerke streben derzeit nicht an, im Kerngebiet Campemoor tätig zu werden sondern wollen weiterhin nur in den siedlungsfreien Randgebieten des Großen Moores tätig sein.

Nächster Termin: Montag, 30.06.2008, 20 Uhr, Vereinhaus

100 Jahre Torfwerk Gramoflor: Samstag, 30.08.2008

Laut Herrn Gramann sollen die Einwohner von Campemoor hierzu eingeladen werden.

Protokoll: Udo Thörner, 29.05.08